Medianden – weitere Informationen

Da die Mediation „eine auf Freiwilligkeit der Parteien beruhende Tätigkeit“ ist, soll diese auch in wiederholender Weise in adäquater Form von den Medianden bestätigt werden. Hiermit kann ihnen kontinuierlich vor Augen geführt werden, dass sie es selbst sind, welche an der Lösung ihrer Probleme arbeiten. Die Lösung wird erreicht, wenn sich die Medianden in einem Zustand der intersubjektiv gefühlten Pareto-Optimalität befinden. Nachdem dieser Zustand bei Personen naturgegeben schwer zu erreichen ist, dürfen sie an den aus der Mediation heraus potentiell resultierenden Weitblick auf ihre eigene Zukunft herangeführt werden. Der Mediator hat dabei die größtmögliche Umsicht in Hinblick auf seine Allparteilichkeit walten zu lassen. Er selbst darf keine Lösung vorschlagen, wohl aber den Nutzen einer Einigung vor Augen führen.

Es liegt in der Natur des Menschen, seine Vorstellungen und Wünsche nach Möglichkeit zu verwirklichen. In einer Mediation sind es die Medianden, die zur Erreichung ihrer Ziele situationsbedingt auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Dabei wird von ihnen auf ihre Selbstverwirklichung, Sicherheit und auch die Demonstration von eigener Stärke, bzw. Macht Wert gelegt. Dies gilt insbesondere bei Punkten, die finanzielle Hintergründe und somit die Zukunftsplanung der Medianden betreffen. Zum Erreichen des Angestrebten sind sie sich sehr wohl ihrer Rolle als Mediand und der damit verbundenen etwaigen Sympathie oder Antipathie aller Beteiligten bewusst. Umgangssprachlich kann man dies so ausdrücken, dass sie gegebenenfalls „ihren Charme spielen lassen“, um ihre Bedürfnisse durchzusetzen. Genauer betrachtet heißt das, dass sie dafür auch bereit sind, all ihre ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen. Das geht bis hin zur gezielten Manipulation mit unterschiedlichen Mitteln.